Aktuell sind keine Termine vorhanden.

SPD- Büro Darmstadt

Informiert bleiben!

Mitglied werden!

Sich einmischen!

2012

07.05.2012

Kinderbetreuung und Gewinninteresse vertragen sich nicht - Die Stadt braucht gute Betreuung für alle und keine Elitenprojekte

Moritz Röder

Die Firma Beekids wird keine Trägerschaft einer Betreuungseinrichtung in Darmstadt übernehmen. Jetzt muss die Stadt schnell einen neuen Träger suchen, um den Bedarf in der Weststadt rasch befriedigen zu können. Grund für die Absage des Trägers ist die Forderung der Stadt, die Firma Beekids dürfe nicht gewinnorientiert arbeiten. Offenbar fühlten sich die Verantwortlichen dadurch zu sehr gegängelt und sprangen ab. Leittragende sind die Kinder und die Eltern, die einen Betreuungsplatz suchen.

Ärgerlich an diesem Vorgang ist, dass es der Stadt schon längere Zeit bekannt war, dass die Firma Beekids als GmbH gewinnorientiert arbeiten will. Sowohl im Sozialausschuss, als auch in der Stadtverordnetenversammlung wurde darauf hingewiesen. Die SPD hatte außerdem einen Antrag zu diesem Thema eingebracht. Alle Oppositionsfraktionen konnten sich ihm anschließen, die grün-schwarze Koalition leider nicht.

Die SPD fordert darin die Erarbeitung klarer Regularien für die Vergabe von Trägerschaften in der Kinderbetreuung. Unter anderem muss geklärt werden, ob man grundsätzlich auf gewinnorientierte Träger verzichten will und ob man deswegen nur gGmbHs und e.V.s zulässt. Es muss außerdem über eine Obergrenze für Betriebskostenzuschüsse nachgedacht werden. Die Beekids wollten sich für 13 Euro pro Quadratmeter einmieten.

Schließlich muss die Frage geklärt werden, wie man einer sozialen Selektion vorbeugen kann. Hohe Beiträge für private Einrichtungen schließen viele Kinder aus weniger wohlhabenden Elternhäusern gleich zu Beginn aus. Heute ist sich die Erziehungswissenschaft einig, dass die Grundlagen für spätere Lernerfolge bereits im frühen Kindesalter gelegt werden. Dementsprechend fällt privaten Trägern auch eine besondere Verantwortung zu. Analog zu den Regularien für Privatschulen müssen sie nach Meinung der SPD deutlich machen, dass sie mit ihrem Angebot nicht zu einer sozialen Selektion beitragen, wenn sie vonseiten der Stadt unterstützt werden wollen.

„Wir brauchen gute Betreuungsplätze für alle Kinder und keine städtisch geförderten Exklusiv-Angebote für kleine Eliten“, so Moritz Röder, bei der SPD-Fraktion für das Thema Kinderbetreuung zuständig.

Die SPD hofft, dass die Koalition diese Anregungen jetzt aufnimmt. So können für die Zukunft klare Regeln festgelegt und ein Reinfall wie beim Thema Beekids vielleicht verhindert werden. Die Vertreterinnen und Vertreter der SPD werden sich aktiv in diesen Diskussionsprozess einbringen.